Samstag, Dezember 30, 2006

Sonntag, Dezember 24, 2006

Shengdanjie kuaile!

Eigentlich wollte ich gestern hier noch einen Eintrag verfassen über geldgierige Angestellte, Paragraphenreiterei und die niederträchtige Kombination aus beidem, die hier das eine oder andere Mal den Berzeker in mir triggern. Letztendlich bin ich aus Gründen der Zeit und Arbeit nicht dazu gekommen. Wäre ich es, dann wäre der heutige Beitrag dazu ein absoluter Kontrast.

Deng Laoshi hatte mich für heute zu sich und seiner Familie nach Hause zu einer kleinen Weihnachtsfeier eingeladen, und in dieser Umgebung ist sich weiter zu ärgern absolut keine leichte Aufgabe. Irgendwie scheinen die Dengs die positiven Clichés über China zu verkörpern. Die Ruhe und Ausgeglichenheit, die von Deng und Zhu Laoshi ausgestrahlt wird, hat schon beinahe etwas Meditatives, dabei ist die Atmosphäre alles andere feierlich, sondern vielmehr ziemlich fröhlich. Zudem sind sie manchmal so spendabel, dass es einen schon in Verlegenheit bringen kann. Tatsächlich brauche ich bei all dem Obst und den Schokosnacks, die ich als Weihnachtsgeschenk und Proviant für unterwegs mitbekommen habe, wohl die nächste Woche nicht mehr einkaufen zu gehen (au, mein Rücken). In diesem Fall aber konnte ich mich ein bisschen revanchieren, weil ich für Meimei, Deng Laoshis Enkelin, einen superweichen Berliner Bären aus Stoff und ein großes chinesisches Buch über alle möglichen Tiere mitgebracht habe, das neben vielen Bilder auch kurze Texte enthält - vielleicht das richtige, wenn sie in die Schule kommt und anfängt, lesen zu lernen.

Abgesehen vom Spaß des Zusammenseins war das ganze auch eine gute Tingli-Übung, auch wenn es doch eher wenig war, was ich verstanden habe (aber das Lernen hier zahlt sich schon aus). Wir waren zusammen in einem Restaurant und haben einige für mich neue Sachen ausprobiert - ich wünschte nur, ich hätte mir die Namen merken können, verflixt! Es werden aber auch insgesamt mehr Wörter, die ich verstehe, und manchmal erfasse ich sogar den ganzen Sachverhalt ;-) Zum Beispiel wurde Meimei nach dem idealen Baimawang, den Prinz auf dem weißen Pferd also, gefragt und ob er z.B. wie Deng Laoshi sein könne. Aber der wäre zu alt. Whuiii! Aber ich hätte auch keine Chance, denn "Baimawang meiyou huzi"! Tja, aber ich mag meinen Bart grad so. Nichts zu machen also ...



Der anschließende Abend mit der Familie zu Hause gehörte dann Meimei, die ein richtiges Programm mit einigen kurzen Klavierstücken aufführte (und sie machte das wirklich ziemlich gut), später noch etwas sang, im Elfenschmetterlingskostüm zu "Für Elise" tanzte und schließlich etwas mit Karten vorzauberte und mit imaginärem Essen bewirtete.





Keine Chance für mich, die chinesischen Familienverhältnisse mit ihren hundertzwanzig unterschiedlichen Bezeichnungen für jede Möglichkeit (jetzt schon) auf die Reihe zu bekommen. Dengs Sohn war noch in Japan, und auch Duan Laoshi hatte leider keine Zeit. Dafür lernte ich einige andere Mitglieder der Familie kennen, deren Namen ich hoffentlich beim nächsten Mal noch weiß (aber nicht darauf spekulieren würde).



Deng sagte auch, dass er sich freuen würde, die anderen Studenten, die hier sind, mal zu treffen. Sobald Kevin und Carla ihre Prüfungen hinter sich haben, sollten wir das auf jeden Fall ins Auge fassen. Zwischen all dem Stress und manchem Ärger war das mal ein richtig toller Tag! Frohes Fest und Shengdanjie kuaile Euch allen da drüben.

Mittwoch, Dezember 20, 2006

Weihnachten in der deutschen Botschaft

Am selben Abend hatte der deutsche Botschafter, Dr. Volker Stanzel, der wirklich sehr sympatisch wirkt, noch eine Weihnachtsfeier für die deutschen Studenten in Beijing gegeben. Es gab eine kurze Ansprache, viele Weihnachtslieder und ziemlich leckeres Essen, mal nicht nur chinesisch, was bei aller Liebe auf Dauer auch ein bisschen anstregend ist.





Da Fotos von mir prinzipiell nichts zu werden scheinen, hier ein nur mäßig Überbelichtetes: Tobias mit dem Botschafter und dessen Frau.

Dienstag, Dezember 19, 2006

Weihnachtsneujahrswettkampf

Auch wenn Weihnachten und Neujahr in China viel weniger bedeutsam sind als im Westen, heißt das nicht, dass sie hier nicht zur Kenntnis genommen würden. Für die Führung der Beiwai war es beispielsweise Grund genug, einen Neujahrsweihnachtswettkampf anzuordnen. Und weil Weihnachten somit politisches Programm ist, wurde es auch knallhart durchgezogen.

Die Idee ist, dass jede Klasse einen selbstgewählten Act aufführt, sei es Gesang, Tanz oder Schauspiel. Als Anreiz sollte es auch etwas zu gewinnen geben. Da ich mich von Beginn an kategorisch weigerte, daran teilzunehmen, machten es die anderen (oder einige der anderen) ohne mich, und sie haben es wirklich gut gemacht. - Und manchmal kann selbst so ein verweigerter Weihnachtsfestwettstreit zu etwas gut sein.



Der Wettstreit war so, wie man es in etwa erwarten durfte: Schlecht organisiert, chaotisch und dass viele nur dem Zwang der Stunde gehorchten und etwas aufführten, weil sie mussten, ist wohl auch keine Überraschung. Man kann allerdings nicht sagen, dass sich nicht viele auch große Mühe gegeben hätten, und dabei herausgekommen sind mehrere wirklich nicht schlechte Beiträge (besonders in Anbtracht der kurzen Zeit).



In diesem Stück wird z.B. Jesus verprügelt und der Weihnachtsmann deprimiert. Aber der Cheerleaderengel war ganz nett. Leider war GOTT der einzige, der ein Mikrophon hatte ...



Die Beiträge, die mir am besten gefallen haben, waren zwei kurze Stücke einer D-Klasse über Chabuduo-Xiansheng ("Herr Beinahe"), ein sehr amüsantes Stück über einen Mann, der alles in seinem Leben "cha-bu-duo" macht und wohl auf einer kurzen Story von Hu Shi beruht (muss ich noch herausfinden). Der andere Beitrag war der unserer Klasse, die eine Chengyu-Gushi, also eine Geschichte zu einem chinesischen Sprichwort szenisch umsetzten. Ziji Maodun heißt "sich selbst widersprechen", wörtlich aber "selbst Speer-Schild": Ein Straßenhändler preist seine Speere als unaufhaltsam und jeden Schild durchdringend an, im selben Atemzug aber auch seine Schilde als undurchdringlich, bis ihn jemand auf diesen Widerspruch aufmerksam macht. Obwohl es nicht sehr lange dauerte, war es ziemlich unterhaltsam, hauptsächlich getragen von Chengtian in der Rolle des Händlers, einem Japaner mit einer echten Begabung für Komisches.







Die Preisverleihung war undurchsichtig, wie man es erwarten durfte: Niemand wusste, nach welchen Kriterien bewertet wurde, noch wer eigentlich bewertete. Unsere Klasse hat den zweiten Preis gewonnen in irgendeiner der Kategorien, aber so ganz haben wir auch nicht herausbekommen können, wer eigentlich den ersten Preis gewann, noch nach welchen Kategorien die Aufführungen eingeteilt wurden. Kurz: Es war alles mehr als chaotisch.




Als nicht direkt Involvierter bin ich über diese Veranstaltung ein bisschen ins Nachdenken gekommen. Die starke Überwachung und Zensur, die es in China gibt, hat auf der anderen Seite mit dem Problem zu kämpfen, dass generelle Kontrolle die Menschen geistig und auch in bezug auf Eigeninitiative immobil macht. Für ein vitales System ist die Frage, wie man Menschen anspornen und motivieren kann, entscheidend. Einer dieser Anreize scheint die Option, viel Geld zu verdienen zu sein, China ist so kommerziell, dass es manchmal einfach zum kotzen ist. Eine andere Methode bilden die zahllosen verordneten Wettkämpfe. Unser Ausflug zum Xiangshan war eigentlich als Bergsteigewettkampf gedacht (was uns allerdings herzlich egal war). Geht es um die Auswertung von Hausaufgaben oder Klausuren, zieht der Lehrer Vergleiche mit anderen Klassen. Leistungen sind noch immer individuell, wenn es manche Studenten vorziehen, 80% der Unterrichtszeit zu schlafen oder zu feiern, ist das allein deren Problem. Sollte man sich mit ihren Prüfungsergebnissen dann trotzdem "identifizieren"? Kristian berichtete von seiner Uni, dass sein Lehrer dort jede Stunde als Wettkampf zu gestalten versucht. Die Schüler unterlaufen dieses Vorhaben meist. Entscheidend ist der Gedanke, dass den Leuten beigebracht werden soll, sich als Kollektiv zu fühlen und den individuellen Charakter zurückzustellen.

Ich finde diesen Gedanken in zwei Beziehungen interessant: einmal in bezug auf die Frage, wie sich Gruppen und Massenbewegungen konstituieren, wie es zum Beispiel in Ländern wie China möglich sein kann, die Menschenmassen für ein Interesse auf die Straße zu bekommen, auf der anderen Seite auch im Hinblick auf die Frage, wie sich die Gruppe als solche begreift und deren Abgrenzungskriterien.

Lust auf den Aufführungswettbewerb hatte ursprünglich keiner, geweigert haben sich alle dann aber doch nicht, sei es aus Furcht vor Konsequenzen (die aber nicht einmal herauszufinden versucht wurden) oder einfach, weil man diese Entscheidung nicht als die eigene erkannte. Mit der Überwindung und dem anschließenden Erfolgserlebnis, es hinter sich gebracht und eventuell noch einen Preis gewonnen zu haben (in unserem Fall für zwei Leute Tütensuppen, ein Dartbrett oder für die ersten einen Stoffhasen), stabilisiert sich die Gruppe und isoliert auf Dauer die, die sich weigern. Das Sich-Fügen unter die Vorgabe wird belohnt.

Das ist im Einzelfall nichts schlimmes, vielleicht ist etwas Zwang in manchen Fällen auch nicht vekehrt. Ein Problem für die Individuen kann es aber werden, wenn in allen Bereichen der Gesellschaft so vorgegangen wird. Dass dabei spielerisch vorgegangen und belohnt wird gehört zum Dressurmechanismus. Es funktioniert nur, wenn man als Gruppe arbeitet. Ich glaube, ich habe das Danwei-Prinzip der chinesischen Gesellschaft erst hier verstanden: Früher dachte ich, dass es sich dabei einfach um eine Einheit aus Arbeits- und Lebensmittelpunkt in einigen Betrieben handelt. Aber es ist mehr ein Raster, das die ganze chinesische Gesellschaft durchzieht - oder durchziehen soll - und die Menschen zu Gruppen zusammenfasst, aus denen auszubrechen heute vielleicht nicht mehr bestraft wird, aber zumindest noch isoliert.

Das sind nur kurze Überlegungen, die einem hier andauernd kommen und die alle aufzuschreiben einfach auch die Zeit fehlt. Auch aus diesem Grund ist es unverzichtbar, hierher zu kommen und sich ein Bild vor Ort zu machen. Und manchmal bringt "Nein" zu sagen einen auf ganz neue Ideen.

Donnerstag, Dezember 07, 2006

... und die Straßen von Beijing

Und hier noch ein paar Beijinger Impressionen von einem Spaziergang durch die Stadt: Vor dem geologischen Museum versucht sich Kevin an einem Hinkelstein, und ich schwör er hat ganz leicht gewackelt!



Beijinger Verkehr und Oberleitungskabelsalat. In dieser Straße nicht weit vom Bai Tasi gibt es hauptsächlich Schmuck und Brautmode. Ein Geschäft, in das wir dann doch mal rein mussten, war sehr ungewöhnlich: Ein christliches Devotionaliengeschäft. Für ein paar Minuten haben wir uns wie im Bibel-Belt-Drugstore gefühlt ...



Eine Tor in Form eines zerbrochenen Regenbogens. Sehr symbolträchtig. wenn ich es nur deuten könnte ...



Ein paar Leute ließen Drachen steigen. Denkt man sich den Verkehrslärm weg, wirkt diese Abendstimmung fast romantisch.



Ein typisches Beijinger Bild: breite Straßen und lange Reihen monumentaler Bauten, die schon bald im Dunst der Stadt verschwinden.

Mittwoch, Dezember 06, 2006

Bai Tasi

Mit einiger Verspätung nun auch noch dieser Eintrag: Hab mich am 06.12. mal mit Kevin getroffen. Die Entfernungen in Beijing sind wesentlich größer als in Berlin, und sich irgendwo zu treffen ist für so faule Säcke wie uns manchmal einfach tai mafan. Um so netter, dass wir es nun doch mal auf die Reihe bekommen haben. Angesehen haben wir uns ein buddhistisches Kloster in der Nähe des Lu-Xun-Museums, den "Bai Ta Si".



Im Schrein am Eingang des Klosters sitzt ein fröhlicher Wohlstandsbuddha. - Es ist wirklich deprimierend, dass man auch nach drei Jahren noch mit einem nur aus acht Zeichen bestehenden Schild solche Probleme haben kann.



Interessante Bäume ... Es wundert mich immer wieder, wie in Beijing überhaupt Pflanzen wachsen können: Der Boden ist steinhart und knochentrocken und es regnet so gut wie nie.



Diese Glocke ist sowas wie ein Cheat im Computerspiel: Erlösung und Erleuchtung kann hier statt durch langwierigen, freudlos-asketischen Lebenswandel durch Läuten der Glocke erlangt werden (Benutze Baumstamm auf Glocke) - gehen Bahres, versteht sich. Ein mal läuten kostet allerdings nur einen Kuai, und man steigt in der Erlösungshierarchie gleich einen ganzen Level auf. Neun mal dagegenschlagen ist das Maximum, und man hat damit laut erklärendem Schild den Freifahrtscheins ins Nirvana so gut wie sicher und ist dafür nur zehn Kuai ärmer (klingt mehr als fair für mich). Was passiert, wenn man die Glocke ein zehntes mal bongt, war uns nicht klar. Nachdem wir ein Stück weiter gegangen waren, hörten wir jemanden die Glocke leuten - acht mal, was uns sehr vernünftig vorkam. Wenigstens ein Level sollte man sich als Motivation fürs Leben übrig lassen. Als Erleuchteter mit absoluter Klarheit über die Erde zu wandeln wäre wirklich zu langweilig.



Diese interessant aussehenden Gefäße sind für Weihrauchopfer gedacht. Vermutlich aus brandschutztechnischen Gründen weist ein großes Schild daneben allerdings darauf hin, dass das Abbrennen von Räucherstäbchen verboten sei, was die Atmosphäre natürlich ziemlich schmälert. Trotzdem kaufen die Leute ihre Stäbchen und werfen sie unangezündet in den Behälter. Auf diese Weise könnte man sie eigentlich immer wieder verkaufen, ähem ...





Weihrauchstäbchen werden auch in die entsprechenden Halter vor den in verschiedenen Hallen platzierten Buddhafiguren gesteckt. Vor diesen Statuen liegen Kissen auf dem Boden, auf die sich die Leute niederknien können, wenn sie zu den entsprechenden Heiligen beten. Ich kenne die Figuren nicht alle, aber der rechte der dreien ist offenbar eine Art Medizinbodhisattva, den man vielleicht in Krankheitsfällen anrufen kann. Obwohl ich eigentlich kaum damit gerechnet habe, kam während unseres Besuchs einige Leute, für die diese Religion offenbar kein Relikt vergangener Zeiten war.



An den Wänden sind noch weitere, von der Bedeutung offenbar eher nachgeordnete Heiligenfiguren aufgestellt. Die Glaswand bildet mit zwei Seitenwänden und der steinernen Rückwand jeweils einen Behälter um die Figuren. Was man vielleicht im Foto nicht gut erkennen kann: Diese Behälter sind etwa zu einem Drittel gefüllt mit Geld. Das asiatische Verhältnis der Gläubigen zu den Objekten ihrer Verehrung ist weit pragmatischer als das in den monotheistischen Religionen der Fall wäre: Will man die Heiligen um etwas bitten, muss man dafür blechen. Selbstverständlich spielen auch im Christentum und allen anderen Religionen finanzielle Aspekte eine entscheidende Rolle, auch wenn man sich dort alle Mühe gibt, diesen Aspekt zu verschleiern. Aber die Direktheit, in der sich hier der kommerzielle Charakter der Religion offenbahrt, ist für westliche Augen schon recht gewöhnungsbedürftig.



Der weiße Stupa sieht spannend aus, aber man kommt nicht hinein. Nepp! Den Spekulationen ist damit Raum gegeben ... In einem kleineren Modell in einem Raum daneben liegen so etwas wie Päckchen, scheint so, als sei der Turm randvoll mit Geschenken! Im Übrigen ist so etwas für China sehr typisch und auch bei anderen Sehenswürdigkeiten die Praxis: In das eigentliche Gebäude kommt man nicht hinein, aber in einem kleinen Austellungsraum daneben findet man Modelle und Fotos, auf denen oft auch Mao und seine Tongzhimen dargestellt sind und beschrieben wird, wie sie sich schon damals für den erhalt von diesem und jenem eingesetzt haben.



Später wurden wir noch Zeuge einer Zeremonie, die wir zwar nicht ganz verstanden, die aber trotzdem interessant genug war, stehen zu bleiben und sie zu beobachten. Eine Gruppe von Menschen folgte einem Mönch auf die Rückseite der Halle, wo sie Weihrauchstäbchen anzündeten und an einem kleinen Schrein opferten (siehe auch das nächste Bild). Sie umrundeten den Stupa und bildeten anschließend einen Kreis vor der einen Halle, wo der Mönch in ihre Mitte trat, auf tibetisch zu chanten begann und dabei jedem die Hand auf den Kopf legte. Die Zeremonie wurde mit allen wiederholt, anschließend gab der Mönch den Leuten noch jeweils eine CD und sie ihm dafür Geld. Wir wissen nicht genau, was das alles zu bedeuten hatte: Kevin meinte, es wäre vielleicht der Gesang zum nochmaligen Anhören für zuhause, ich vermute eher, es waren selbstgebrannte Kopien von "Sieben Jahre Tibet". Nein, im Ernst - ich habe keine Ahnung, was das alles bedeutete, aber ich habe fest vor, die Sprache so gut zu lernen, um bald fragen zu können.



Eine interessante Sache am Opfer in diesem Schrein ist, dass das kleine Pfirsichbäumchen aus Plastik besteht. Interessant deswegen, weil es etwas über das Religionsverständnis aussagt: Das Entscheidende des Opfers ist offenbar die Intention, nicht die Authentizität des geopferten Gegenstandes. Im antiken römischen Kult gab es eine ähnliche Haltung, wenn aus Mangel an für das Opfer vorgeschriebenen echten weißen Stieren ein schwarzer einfach mal weiß angemalt wurde, ohne dass damit jemand ein Problem hatte. Der Gedanke, dass hier Plstikfrüchte und -blumen dargebracht werden, irritiert ein bisschen. Aber warum eigentlich?



Sonntag, November 19, 2006

Chinesisch lernen I

Nach längerer Pause mal wieder ein Blog-Eintrag: Die Semesterzwischenprüfungen sind vorbei, doch auch wenn aktuell keine Test ansteht und es bis zur nächsten Klausur noch gut einen Monat hin ist, ist meine Zeit ziemlich knapp. Das Lernen der Sprache ist eine Lebensaufgabe, und jenachdem wie intensiv man es betreibt kann man dafür den ganzen Tag aufwenden. Und die Nacht. Chinesisch ist keine Sprache "normale" Sprache, Fortschritte macht man nur sehr langsam, die Vergessensrate ist hoch und stellt bereits Gelerntes wieder in Frage. Ich beneide die Leute mit besonderem Talent für Sprachen und jene, die das ganze schlicht als unterhaltsame Herausforderung sehen können. Wenn man unter dem Druck der Zeit und der Vorgabe, es bis zum Abschluss seines Studiums einigermaßen zu können, steht, um damit zu arbeiten, stresst es jedenfalls schon ein bisschen. (Und so wirtschaftlich der BA in Sinologie für die Universitäten auch sein mag, in praktischer Hinsicht ist er mal voll für'n 屁股 (pìgu)!)

Chinesisch ist faszinierend und erschreckend zugleich. Der interessanteste Aspekt ist die Schrift. Die Differenz zwischen gesprochenem und geschriebenem Chinesisch ist eine Besonderheit der Sprache, die sie auch zugleich sehr schwer zu lernen macht. Dabei sind diese alten Zeichen für sich genommen unglaublich interessant. Nicht nur wegen ihres ungewöhnlichen, einzigartigen Aussehens oder wegen des Systems, das hinter dem Aufbau dieser "Hanzi" steckt. Der für mich faszinierendste Aspekt ist, dass die Zeichen einen Einblick in die Denkweise und Wahrnehmung der Menschen, die sie geschaffen haben, bietet, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so offensichtlich zu sein scheint und auch den Chinesen im Alltag die Geschichte eines Zeichens sicher nicht immer gegenwärtig ist. Doch wenn man sich Zeit nimmt (was vor allem bedeutet, dass man sie haben muss), um darüber nachzudenken, kann man allein aus den Zeichen unglaublich vieles erfahren.

Das Zeichen 愁 (chóu) bedeutet zum Beispiel "sich sorgen". Es besteht aus drei Bestandteilen, für sich einzelne Zeichen: (1) links oben 禾 (hé), ein Zeichen, das eine Getreideähre darstellt, (2) rechts daneben 火 (huo), das Feuer (zusammengeschrieben bedeuten sie wiedrum 秋 (qiū), der Herbst), und darunter (3) 心 (xīn), das Herz. Ein Großteil der Chinesen durch die Geschichte waren Bauern, und das Konzept dieses Zeichens entstammt diesem Umfeld: Das Herz schlägt schnell vor Sorge, dass Feuer an das Getreide kommen und die Ernte verbrennen könnte. Dem Herbst als Jahreszeit vor dem Winter dürfte von den Bauern auch mit mulmigem Gefühl entgegengesehen werden. Das Zeichen erklärt ein abstraktes Konzept, hier ein Gefühl, mit Hilfe einer kleinen szenischen Beschreibung.

Ein anderes, komplexeres Beispiel: Das Zeichen 先 (xiān, "zuerst"), setzt sich aus den Zeichen 止 (zhi, "Fuß") bzw. dessen veränderter Form (ohne Aussprache) und darunter 儿 (ér, Sohn) oder 人 (rén, "Mensch") zusammen. Es bedeutet "den Fußspuren derer, die zuerst gegangen sind, folgen". In Kombination mit dem Geh-Radikal 辶 (chuò, "gehen") wird das Zeichen 选 (xuan) gebildet - "wählen": Die Wahl hat, wer entscheiden kann, zuerst zu gehen (das Langzeichen hierfür sieht etwas anders aus). Ein anderes Zeichen, dass ebenfalls wenn auch erst auf den zweiten Blick, dem bäuerlichen Denken entsprungen ist, ist 美 (mei, "schön"). Es setzt sich zusammen aus den Einzelzeichen 羊 (yáng, "Schaf") und darunter 大 (dà, "groß") und offenbart ziemlich klar, was die chinesischen Bauern als begehrenswert empfanden: Ein großes, fettes Schaf ist schön. Fügt man beide Zeichen nun zu einem Wort zusammen, so erhält man 选美 (xuanmei) - das Wort für einen Miss-Wahl-Schönheitswettbewerb. Und mit dieser Erklärung erfasst man das Wesen solcher Veranstaltungen doch ziemlich eindeutig, selbst wenn es durch so irritierende Sachen wie die Reden, die Misses in spe halten müssen, verschleiert wird.

Ein letztes Beispiel, das mir auch sehr gut gefällt, ist 马虎 (mahu), das chinesische Wort für "sorglos", "fahrlässig" oder "verwirrt". Es besteht aus zwei einzelnen Zeichen 马 (ma, "Pferd") und 虎 (hu, "Tiger") und leuchtet wohl ein: Ein Pferdchen, das so dicht an einen Tiger heran kommt, kann man nur als fahrlässig bezeichnen.

Es wäre sicher interessant, wie sich die stark linguistisch geprägte Philosophie des zwanzigsten Jahrhunderts im Anschluss an Saussure (bzw. Bally und Sechehaye), die die Sprache als System von abstrakten Zeichen, die ihre Bedeutung nur durch die Differenz zu anderen Zeichen, nicht aber aus sich selbst heraus erhalten und die darauf aufbauenden Konzepte von Gesellschaft und Individuum als linguistische Kategorien unter einer besseren Kenntnis des Chinesischen entwickelt hätte. Vielleicht gibt es dazu bereits etwas, mir fehlt da der Überblick, und ich bin auch weder Philosoph noch Linguist (und das Thema wäre auch definitiv zu groß, um es nebenbei zu behandeln).

Leider scheint der Gott der chinesischen Sprache gedacht zu haben, eine visuell so eindeutige Schrift müsse an anderer Stelle bestraft werden. Das gesprochene Chinesisch ist sicherlich die am schlechtesten zu verstehende Sprache (ausgenommen vielleicht diese eine afrikanische Sprache mit den ganzen Klicksern, Schnalzern und Rülpsern). Ein Grund dafür ist, dass die chinesische Sprache nur etwa 420 Silben in vier Tönen kennt, insgesamt also 1680. Das Kangxi Cidian als umfangreichstes Wörterbuch listet über 85.000 Zeichen (allerdings nicht alle gebräuchlich) auf - verständlich, dass dieses Verhältnis einige Probleme mit sich bringt.

Sucht man beispielsweise die Silbe "yi", dann findet mein elektronisches Wörterbuch dafür 135 Resultate, davon 72 im vierten Ton. Die Homophone machen das Chinesische einerseits in kulturgeschichtlicher Hinsicht so überaus reizvoll: Warum Fische und Fledermäuse (und etwa zwanzig weitere Tiere) Glück bringen, weshalb der Affe auf dem Pferd den Wunsch für eine Beförderung ausdrückt oder warum man als Mann keinen grünen Hut tragen sollte, versteht man oft nur, wenn man die vielen gleichlautenden Worten kennt. In der Alltagssprache allerdings stellen sie ein fast unüberwindbares Hindernis dar.

Selbst wenn man äußerst genau auf die Aussprache hört (und oft ist es hier weniger als nur eine Nuance, weil auch viele Chinesen hier auf der Straße nicht unbedingt Putonghua sprechen, bzw. Töne schon mal ganz ignorieren), gibt es dank der vielen gleich klingenden Wörter permanent das Problem: "Welches war jetzt wieder gemeint?" Im Gegensatz zu anderen Sprachen wie Deutsch, Englisch oder Französisch sind die Worte vom Klang her ja keineswegs einzigartig; aus diesem Grund probiert man auch beim Hören noch visuell zu denken. Für mich persönlich ist es wichtig, zu wissen, wie das dazugehörige Zeichen aussieht, da ich sonst größte Schwierigkeiten habe, etwas zu verstehen. Es kann auch vorkommen, dass man etwas erst versteht, wenn man es geschrieben sieht. Wenn die Lehrer etwas erklären wollen, hat das ganze bei entsprechend vielen unbekannten Wörtern manchmal den gegenteiligen Effekt, und man sitzt irgendwann nur noch da und denkt: --blip-blip-bliiiep--.

Versucht man, auf der Straße etwas im Vorbeigehen von anderen Leuten aufzuschnappen, stellt man oft fest, dass man denkt, Worte zu verstehen, es jedoch nicht wirklich versteht, weil einem der Anfang fehlt. Da Chinesisch eine so vergleichsweise wenig vielseitige gesprochene Sprache ist, sind die den Satz strukturierenden Elemente ausgesprochen wichtig. Die Bedeutung vieler Wörter erkennt man z.B. erst durch die ihnen zugeordneten Zähleinheitswörter, und davon gibt es extrem viele. Da es auch viele Auslassungen gibt, kann man Sätze oft auch nicht einfach so verstehen, sondern nur, wenn man auch das, was davor gesagt wurde, weiß. Auch Chinesen haben mitunter das Problem, dass kurze Antworten nicht verstanden werden. Zudem gibt es noch Spezialitäten wie die sogenannten Chengyu, feststehende viersilbige Redewendungen, die aus dem klassischen Chinesisch stammen und rein sprachlich ohne Kenntnis der entsprechenden Geschichte gar nicht mehr zu verstehen sind.

Chengyus spielen allerdings eine Rolle, wenn z.B. der eigene Intellekt unterstrichen werden soll. Schwierige (auszusprechende) Wörter gibt es hier ja nicht so wie bei uns: Wenn man "rund" sagen kann, kann man auch gleichzeitig "Pelochelys bibroni" (eine Weichschildkrötenart) sagen - beides heißt "yuán". Bildung zeigt sich also mehr durch Zitate & Kenntnis von schwierigen Zeichen. Dazu kommt, dass es scheinbar immer 20 verschiedene Möglichkeiten gibt, das selbe zu sagen, manchmal mit minimalen Bedeutungs- oder Verwendungsunterschieden. Eine reichhaltige Sprache würde bei uns viele Begriffe für die unterschiedlichsten Sachen bedeuten, in China versteht man darunter eher viele Worte für die selbe Sache.
Und um dem armen Student den Rest zu geben folgen die Wortarten hier ihrer ganz eigenen Logik. Ein Grammatikbuch, das ich mir kaufte, erklärt z.B. auf Seite 13 den Unterschied zwischen "turán" und "hurán" (die beide "plötzlich" oder "abrupt" bedeuten): So kann "turán"´als Prädikat, Objekt und Komplement verwendet werden, während "hurán" nur als Adverb funktioniert. (Wenn man versucht, "plötzlich" z.B. als Objekt eines deutschen Satzes zu verwenden, stößt man schnell an Grenzen. Oder was kann man mit einem "plötzlich" so anstellen?) Oder wenn man bei einem komischen Satz fragt, wo denn das Verb sei, und die Antwort "zurück" lautet. - Mit solchen Problemen schlägt man sich hier also durch Hausaufgaben und Klausuren, und Multiple-Choice-Tests sind hier alles andere als einfach, auch wenn es so scheint, weil man sich auf die eigene Sprache nicht verlassen kann. (Ein wenig erinnert es an die Zeit, als die Sesamstraßenspiele noch eine Herausforderung bildeten: "Eins von diesen Wörtern ist nicht wie die anderen - Dreirad, Zitrone, fliegen, Apfel und neun." Und die richtige Antwort wäre "Zitrone", weil alles andere hier Adjektive sind.)

Angesichts der Komplexität der Sprache und der Schwierigkeiten beim Lernen ist man natürlich immer in Versuchung, die Zeit lieber für etwas anderes zu nutzen. Das habe ich früher auch gedacht, und vermutlich ist das ein Grund, weshalb ich hier manchmal so große Probleme habe. Es ist auch der Grund, weshalb ich jetzt außer zu lernen zu so wenig anderem - wie dieses Blog zu aktualisieren komme. Aber zumindest weiß ich jetzt, dass ich damit nicht alleine bin: Herr Magone hat mich auf einen sehr lesenswerten Artikel von David Moser aufmerksam gemacht. Probleme mit der Sprache scheinen ein generelles Problem der Sinologen zu sein. Damit können wir umgehen. Aber eine Warnung sollte Bestandteil jedes studienvorbereitenden Gesprächs sein.

Freitag, November 10, 2006

Xiangshan

Das Chóngyángjié (重阳节) ist ein Fest, das nach der traditionellen Zeitrechnung auf den 09. 09. fällt. Da der Mondkalender mit unserem zeitgenössischen Kalender jedoch nicht übereinstimmt, fällt dieses Fest in diesem Jahr auf den 9. November. In der chinesischen Numerologie (z.B. im Yijing) ist 9 (3 x 3) die Zahl, die das Höchste und Vollkommenste repräsentiert, den Himmel. Damit verbunden war der Glaube, am 09. 09. durch Besteigen eines möglichst hohen Berges die eigene Lebenszeit erheblich verlängern zu können. (Erzähl das niemand den deutschen Krankenkassen!) Auch wenn heute niemand mehr daran glaubt, ist es ein Brauch, den man beibehalten hat, denn die Bewegung kann ja wirklich nicht schaden. Und dass es ausgerechnet an diesem Tag ist ... Tradition eben. Kein besonderer Grund :-)

Von der Universität aus wurde für die ausländischen Studenten eine Fahrt zum Xiangshan, dem/n Duftberg/en organisiert. In unserer Klasse schienen es nur drei Leute mitbekommen zu haben, die anderen machten an diesem nachmittag den regulären Unterricht und verpassten dadurch einige spektakuläre Ausblicke, auch wenn ich sagen muss, dass der Wirbel, den die Chinesen um diesen Berg machen, schon ein bisschen übertrieben ist.



In unserem PCR Lehrbuch hatten wir einen Lektionstext, in dem Gubo und Palanka auf den Xiangshan wollen. Es ist Herbst, und Li Laoshi sagt ihnen, dass nun die Zeit dafür am besten sei, da alle Blätter rot seien und der Berg jetzt ja so schön wäre. Diesen Satz habe ich in den letzten Tagen ziemlich oft gehört; irgendwie scheinen sich da aber auch wirklich alle komplett einig zu sein, es ist schon fast unheimlich.

Um es direkt zu sagen: Ja, der Berg ist schön und sicher auch außerhalb der besten Herbstzeit einen Besuch wert. Aber der Troubel, der um die roten Blätter gemacht wird, ist deutlich übertrieben. Zumindest als wir da waren, war die vorherrschende Farbe grün, obwohl es schon einige Bäume gab, die rote Blätter hatten. Diese Bäume stehen jedoch meist auf dem Gipfel oder in schwer erreichbarer Höhe, da die chinesischen Touristen sie sich gerne als Souvenier mitnehmen und die Bäume am weg dementsprechend "geplündert" sind. (Der erste der Eindrücke im Park war eine Chinesin, die eine Tasche in einen Baum warf, u ein paar Blätter herunterrieseln zu lassen.)

Die meisten roten Blätter findet man allerdings vor dem Berg: Bevor man überhaupt in den (natürlich nicht kostenlosen) Bergpark gelangt, muss man eine lange Straße voller Geschäfte passieren. Die überwiegende Anzahl dieser Geschäfte machen Souvenierläden aus, und das meistangebotene Souvenier sind gepresste rote Blätter in Plastikfolien. - Wenn es einen soweit auffälligen Charakterzug gibt, dann ist es meiner Meinung nach die Geschäftstüchtigkeit der Chinesen. Hier wird alles versucht zu Geld zu machen, und nach meiner bisherigen Erfahrung ist China das in dieser Beziehung kapitalistischste Land, das ich kenne.













Das schöne an diesem Park ist, dass, auch wenn die Leute am Eingang wie immer sehr zahlreich sind, sich das ganze durch die Größe nach einer Weile verläuft. Wählt man einen der alten, kleinen Wege (die im übrigen nicht sehr sicher und besonders im Winter nicht gut zu benutzen sind, da unmittelbar neben dem Weg oft ein sehr tiefer Abhang liegt und es keine Geländer gibt) erreicht man nach einer kleinen Weile vielleicht sogar einen Punkt, an dem man nahezu allein ist, was in China ja sehr selten der Fall ist. In solchen Momenten kann man mit einem solchen Ausblick erahnen, was es für eine Stimmung war, in der die alten Dichter und Maler ihre Kunstwerke schufen, in denen die Natur so überwälrigend ist und der Mensch nur einen Punkt in der Landschaft ausmacht.



















Ich habe die Beschwerde bekommen, auf meinen Bildern selbst zu wenig drauf zu sein. Um das zu ändern, kommen hier gleich ein paar wunderbare Bilder, featuring me and myself:



Während wir in den Bergen herumwanderten, fand ich einen Wurzelstock, der wegen seiner verschnörkelten Form bei allen Fantasy- und Rollenspielfrans so beliebt war, dass sie in Folge alle mit ihm posieren wollten. Hier also: Bild 1: Der Stock! (rechts im Bild: mein muskulöser Unterarm)


Bild 2: Der Stock mit mir! (Ich bin der rechts im Bild.)



Bild 3: "I am Gandalf the Gray!" (eher the Blue hier) (grimmig)



Sicherheit (安全, Anquán) wird in China bekanntlich großgeschrieben, und selbst die verwinkeltesten Ecken auf dem Berg kommen nicht ohne Kameras aus, um die Wanderer zu überw... zu beschützen. - Wir wollen glauben, dass es der Bergsicherheit dient und im Falle, dass jemand den Abhang auf Grund des fehlenden Geländers oder der brüchigen Wege hinabstürtzt, sofort eine chinesische Bergrettungsmannschaft auf den Weg geschickt werden kann.



An diesem Teich lassen sich Brautleute oft fotografieren. Als wir da waren, saß da sogar eine Braut in ihrem weißen Kleid (und fror), während sie fotografiert wurde. Die Reiher in der Mitte des Teiches sind übrigens Atrappen. Außer den Elstern, die man auch ab und zu in der Stadt sehen kann, haben wir nur noch ein paar dieser grauen Eichhörnchen beobachten können. Es gibt wirklich nicht viele Tiere in und um Beijing (den Zoo und die Restaurants ausgenommen).

Matthias auf den Stufen ...

Ist der Baum jetzt durch die Mauer gewachsen, oder hat man sie um ihn herumgebaut? - Die buddhistische Antwort lautet übrigens: Es gibt weder Mauer noch Baum, sie sind verkannte Aspekte deines nichtexistierenden Selbst.









Na also, es geht doch: Eine Stele in manjurischer, mongolischer, chinesischer und sanskritischer Schrift, errichtet von Qianlong. Etwas verwittert zwar bereits, aber noch erkennbar. An dieser Stelle befand sich ein Tempel, der wie so vieles - und die erklärenden Tafeln werden niemals müde, dies zu erwähnen - von den Engländern und Franzosen zerstört wurde. - Auch wenn man ein bisschen suchen muss, findet man doch noch einige Zeugnisse in manjurischer Sprache. Nur spricht das in ganz China offenbar niemand mehr. Sehr merkwürdig.


Tobias in einem Torbogen ...








Auch wenn wir nicht an dem geplanten Bergsteigewettkampf zum Gipfel teilgenommen haben, sondern einfach nur so umhergeschlendert sind, war es eine interessante Tour, und ich werde sie sicher noch einmal machen, auch um mal nach ganz oben zu kommen. Der Besuch war eine kleine Auflockerung im ansonsten gerade nur vom Lernen für die für nächste Woche anstehenden drei Prüfungen bestimmten Alltag. - Und genau daran werde ich mich jetzt auch wieder machen. Ein schönes Wochenende Euch allen (allen neun)!