Samstag, Dezember 30, 2006

Sonntag, Dezember 24, 2006

Shengdanjie kuaile!

Eigentlich wollte ich gestern hier noch einen Eintrag verfassen über geldgierige Angestellte, Paragraphenreiterei und die niederträchtige Kombination aus beidem, die hier das eine oder andere Mal den Berzeker in mir triggern. Letztendlich bin ich aus Gründen der Zeit und Arbeit nicht dazu gekommen. Wäre ich es, dann wäre der heutige Beitrag dazu ein absoluter Kontrast.

Deng Laoshi hatte mich für heute zu sich und seiner Familie nach Hause zu einer kleinen Weihnachtsfeier eingeladen, und in dieser Umgebung ist sich weiter zu ärgern absolut keine leichte Aufgabe. Irgendwie scheinen die Dengs die positiven Clichés über China zu verkörpern. Die Ruhe und Ausgeglichenheit, die von Deng und Zhu Laoshi ausgestrahlt wird, hat schon beinahe etwas Meditatives, dabei ist die Atmosphäre alles andere feierlich, sondern vielmehr ziemlich fröhlich. Zudem sind sie manchmal so spendabel, dass es einen schon in Verlegenheit bringen kann. Tatsächlich brauche ich bei all dem Obst und den Schokosnacks, die ich als Weihnachtsgeschenk und Proviant für unterwegs mitbekommen habe, wohl die nächste Woche nicht mehr einkaufen zu gehen (au, mein Rücken). In diesem Fall aber konnte ich mich ein bisschen revanchieren, weil ich für Meimei, Deng Laoshis Enkelin, einen superweichen Berliner Bären aus Stoff und ein großes chinesisches Buch über alle möglichen Tiere mitgebracht habe, das neben vielen Bilder auch kurze Texte enthält - vielleicht das richtige, wenn sie in die Schule kommt und anfängt, lesen zu lernen.

Abgesehen vom Spaß des Zusammenseins war das ganze auch eine gute Tingli-Übung, auch wenn es doch eher wenig war, was ich verstanden habe (aber das Lernen hier zahlt sich schon aus). Wir waren zusammen in einem Restaurant und haben einige für mich neue Sachen ausprobiert - ich wünschte nur, ich hätte mir die Namen merken können, verflixt! Es werden aber auch insgesamt mehr Wörter, die ich verstehe, und manchmal erfasse ich sogar den ganzen Sachverhalt ;-) Zum Beispiel wurde Meimei nach dem idealen Baimawang, den Prinz auf dem weißen Pferd also, gefragt und ob er z.B. wie Deng Laoshi sein könne. Aber der wäre zu alt. Whuiii! Aber ich hätte auch keine Chance, denn "Baimawang meiyou huzi"! Tja, aber ich mag meinen Bart grad so. Nichts zu machen also ...



Der anschließende Abend mit der Familie zu Hause gehörte dann Meimei, die ein richtiges Programm mit einigen kurzen Klavierstücken aufführte (und sie machte das wirklich ziemlich gut), später noch etwas sang, im Elfenschmetterlingskostüm zu "Für Elise" tanzte und schließlich etwas mit Karten vorzauberte und mit imaginärem Essen bewirtete.





Keine Chance für mich, die chinesischen Familienverhältnisse mit ihren hundertzwanzig unterschiedlichen Bezeichnungen für jede Möglichkeit (jetzt schon) auf die Reihe zu bekommen. Dengs Sohn war noch in Japan, und auch Duan Laoshi hatte leider keine Zeit. Dafür lernte ich einige andere Mitglieder der Familie kennen, deren Namen ich hoffentlich beim nächsten Mal noch weiß (aber nicht darauf spekulieren würde).



Deng sagte auch, dass er sich freuen würde, die anderen Studenten, die hier sind, mal zu treffen. Sobald Kevin und Carla ihre Prüfungen hinter sich haben, sollten wir das auf jeden Fall ins Auge fassen. Zwischen all dem Stress und manchem Ärger war das mal ein richtig toller Tag! Frohes Fest und Shengdanjie kuaile Euch allen da drüben.

Mittwoch, Dezember 20, 2006

Weihnachten in der deutschen Botschaft

Am selben Abend hatte der deutsche Botschafter, Dr. Volker Stanzel, der wirklich sehr sympatisch wirkt, noch eine Weihnachtsfeier für die deutschen Studenten in Beijing gegeben. Es gab eine kurze Ansprache, viele Weihnachtslieder und ziemlich leckeres Essen, mal nicht nur chinesisch, was bei aller Liebe auf Dauer auch ein bisschen anstregend ist.





Da Fotos von mir prinzipiell nichts zu werden scheinen, hier ein nur mäßig Überbelichtetes: Tobias mit dem Botschafter und dessen Frau.

Dienstag, Dezember 19, 2006

Weihnachtsneujahrswettkampf

Auch wenn Weihnachten und Neujahr in China viel weniger bedeutsam sind als im Westen, heißt das nicht, dass sie hier nicht zur Kenntnis genommen würden. Für die Führung der Beiwai war es beispielsweise Grund genug, einen Neujahrsweihnachtswettkampf anzuordnen. Und weil Weihnachten somit politisches Programm ist, wurde es auch knallhart durchgezogen.

Die Idee ist, dass jede Klasse einen selbstgewählten Act aufführt, sei es Gesang, Tanz oder Schauspiel. Als Anreiz sollte es auch etwas zu gewinnen geben. Da ich mich von Beginn an kategorisch weigerte, daran teilzunehmen, machten es die anderen (oder einige der anderen) ohne mich, und sie haben es wirklich gut gemacht. - Und manchmal kann selbst so ein verweigerter Weihnachtsfestwettstreit zu etwas gut sein.



Der Wettstreit war so, wie man es in etwa erwarten durfte: Schlecht organisiert, chaotisch und dass viele nur dem Zwang der Stunde gehorchten und etwas aufführten, weil sie mussten, ist wohl auch keine Überraschung. Man kann allerdings nicht sagen, dass sich nicht viele auch große Mühe gegeben hätten, und dabei herausgekommen sind mehrere wirklich nicht schlechte Beiträge (besonders in Anbtracht der kurzen Zeit).



In diesem Stück wird z.B. Jesus verprügelt und der Weihnachtsmann deprimiert. Aber der Cheerleaderengel war ganz nett. Leider war GOTT der einzige, der ein Mikrophon hatte ...



Die Beiträge, die mir am besten gefallen haben, waren zwei kurze Stücke einer D-Klasse über Chabuduo-Xiansheng ("Herr Beinahe"), ein sehr amüsantes Stück über einen Mann, der alles in seinem Leben "cha-bu-duo" macht und wohl auf einer kurzen Story von Hu Shi beruht (muss ich noch herausfinden). Der andere Beitrag war der unserer Klasse, die eine Chengyu-Gushi, also eine Geschichte zu einem chinesischen Sprichwort szenisch umsetzten. Ziji Maodun heißt "sich selbst widersprechen", wörtlich aber "selbst Speer-Schild": Ein Straßenhändler preist seine Speere als unaufhaltsam und jeden Schild durchdringend an, im selben Atemzug aber auch seine Schilde als undurchdringlich, bis ihn jemand auf diesen Widerspruch aufmerksam macht. Obwohl es nicht sehr lange dauerte, war es ziemlich unterhaltsam, hauptsächlich getragen von Chengtian in der Rolle des Händlers, einem Japaner mit einer echten Begabung für Komisches.







Die Preisverleihung war undurchsichtig, wie man es erwarten durfte: Niemand wusste, nach welchen Kriterien bewertet wurde, noch wer eigentlich bewertete. Unsere Klasse hat den zweiten Preis gewonnen in irgendeiner der Kategorien, aber so ganz haben wir auch nicht herausbekommen können, wer eigentlich den ersten Preis gewann, noch nach welchen Kategorien die Aufführungen eingeteilt wurden. Kurz: Es war alles mehr als chaotisch.




Als nicht direkt Involvierter bin ich über diese Veranstaltung ein bisschen ins Nachdenken gekommen. Die starke Überwachung und Zensur, die es in China gibt, hat auf der anderen Seite mit dem Problem zu kämpfen, dass generelle Kontrolle die Menschen geistig und auch in bezug auf Eigeninitiative immobil macht. Für ein vitales System ist die Frage, wie man Menschen anspornen und motivieren kann, entscheidend. Einer dieser Anreize scheint die Option, viel Geld zu verdienen zu sein, China ist so kommerziell, dass es manchmal einfach zum kotzen ist. Eine andere Methode bilden die zahllosen verordneten Wettkämpfe. Unser Ausflug zum Xiangshan war eigentlich als Bergsteigewettkampf gedacht (was uns allerdings herzlich egal war). Geht es um die Auswertung von Hausaufgaben oder Klausuren, zieht der Lehrer Vergleiche mit anderen Klassen. Leistungen sind noch immer individuell, wenn es manche Studenten vorziehen, 80% der Unterrichtszeit zu schlafen oder zu feiern, ist das allein deren Problem. Sollte man sich mit ihren Prüfungsergebnissen dann trotzdem "identifizieren"? Kristian berichtete von seiner Uni, dass sein Lehrer dort jede Stunde als Wettkampf zu gestalten versucht. Die Schüler unterlaufen dieses Vorhaben meist. Entscheidend ist der Gedanke, dass den Leuten beigebracht werden soll, sich als Kollektiv zu fühlen und den individuellen Charakter zurückzustellen.

Ich finde diesen Gedanken in zwei Beziehungen interessant: einmal in bezug auf die Frage, wie sich Gruppen und Massenbewegungen konstituieren, wie es zum Beispiel in Ländern wie China möglich sein kann, die Menschenmassen für ein Interesse auf die Straße zu bekommen, auf der anderen Seite auch im Hinblick auf die Frage, wie sich die Gruppe als solche begreift und deren Abgrenzungskriterien.

Lust auf den Aufführungswettbewerb hatte ursprünglich keiner, geweigert haben sich alle dann aber doch nicht, sei es aus Furcht vor Konsequenzen (die aber nicht einmal herauszufinden versucht wurden) oder einfach, weil man diese Entscheidung nicht als die eigene erkannte. Mit der Überwindung und dem anschließenden Erfolgserlebnis, es hinter sich gebracht und eventuell noch einen Preis gewonnen zu haben (in unserem Fall für zwei Leute Tütensuppen, ein Dartbrett oder für die ersten einen Stoffhasen), stabilisiert sich die Gruppe und isoliert auf Dauer die, die sich weigern. Das Sich-Fügen unter die Vorgabe wird belohnt.

Das ist im Einzelfall nichts schlimmes, vielleicht ist etwas Zwang in manchen Fällen auch nicht vekehrt. Ein Problem für die Individuen kann es aber werden, wenn in allen Bereichen der Gesellschaft so vorgegangen wird. Dass dabei spielerisch vorgegangen und belohnt wird gehört zum Dressurmechanismus. Es funktioniert nur, wenn man als Gruppe arbeitet. Ich glaube, ich habe das Danwei-Prinzip der chinesischen Gesellschaft erst hier verstanden: Früher dachte ich, dass es sich dabei einfach um eine Einheit aus Arbeits- und Lebensmittelpunkt in einigen Betrieben handelt. Aber es ist mehr ein Raster, das die ganze chinesische Gesellschaft durchzieht - oder durchziehen soll - und die Menschen zu Gruppen zusammenfasst, aus denen auszubrechen heute vielleicht nicht mehr bestraft wird, aber zumindest noch isoliert.

Das sind nur kurze Überlegungen, die einem hier andauernd kommen und die alle aufzuschreiben einfach auch die Zeit fehlt. Auch aus diesem Grund ist es unverzichtbar, hierher zu kommen und sich ein Bild vor Ort zu machen. Und manchmal bringt "Nein" zu sagen einen auf ganz neue Ideen.

Donnerstag, Dezember 07, 2006

... und die Straßen von Beijing

Und hier noch ein paar Beijinger Impressionen von einem Spaziergang durch die Stadt: Vor dem geologischen Museum versucht sich Kevin an einem Hinkelstein, und ich schwör er hat ganz leicht gewackelt!



Beijinger Verkehr und Oberleitungskabelsalat. In dieser Straße nicht weit vom Bai Tasi gibt es hauptsächlich Schmuck und Brautmode. Ein Geschäft, in das wir dann doch mal rein mussten, war sehr ungewöhnlich: Ein christliches Devotionaliengeschäft. Für ein paar Minuten haben wir uns wie im Bibel-Belt-Drugstore gefühlt ...



Eine Tor in Form eines zerbrochenen Regenbogens. Sehr symbolträchtig. wenn ich es nur deuten könnte ...



Ein paar Leute ließen Drachen steigen. Denkt man sich den Verkehrslärm weg, wirkt diese Abendstimmung fast romantisch.



Ein typisches Beijinger Bild: breite Straßen und lange Reihen monumentaler Bauten, die schon bald im Dunst der Stadt verschwinden.

Mittwoch, Dezember 06, 2006

Bai Tasi

Mit einiger Verspätung nun auch noch dieser Eintrag: Hab mich am 06.12. mal mit Kevin getroffen. Die Entfernungen in Beijing sind wesentlich größer als in Berlin, und sich irgendwo zu treffen ist für so faule Säcke wie uns manchmal einfach tai mafan. Um so netter, dass wir es nun doch mal auf die Reihe bekommen haben. Angesehen haben wir uns ein buddhistisches Kloster in der Nähe des Lu-Xun-Museums, den "Bai Ta Si".



Im Schrein am Eingang des Klosters sitzt ein fröhlicher Wohlstandsbuddha. - Es ist wirklich deprimierend, dass man auch nach drei Jahren noch mit einem nur aus acht Zeichen bestehenden Schild solche Probleme haben kann.



Interessante Bäume ... Es wundert mich immer wieder, wie in Beijing überhaupt Pflanzen wachsen können: Der Boden ist steinhart und knochentrocken und es regnet so gut wie nie.



Diese Glocke ist sowas wie ein Cheat im Computerspiel: Erlösung und Erleuchtung kann hier statt durch langwierigen, freudlos-asketischen Lebenswandel durch Läuten der Glocke erlangt werden (Benutze Baumstamm auf Glocke) - gehen Bahres, versteht sich. Ein mal läuten kostet allerdings nur einen Kuai, und man steigt in der Erlösungshierarchie gleich einen ganzen Level auf. Neun mal dagegenschlagen ist das Maximum, und man hat damit laut erklärendem Schild den Freifahrtscheins ins Nirvana so gut wie sicher und ist dafür nur zehn Kuai ärmer (klingt mehr als fair für mich). Was passiert, wenn man die Glocke ein zehntes mal bongt, war uns nicht klar. Nachdem wir ein Stück weiter gegangen waren, hörten wir jemanden die Glocke leuten - acht mal, was uns sehr vernünftig vorkam. Wenigstens ein Level sollte man sich als Motivation fürs Leben übrig lassen. Als Erleuchteter mit absoluter Klarheit über die Erde zu wandeln wäre wirklich zu langweilig.



Diese interessant aussehenden Gefäße sind für Weihrauchopfer gedacht. Vermutlich aus brandschutztechnischen Gründen weist ein großes Schild daneben allerdings darauf hin, dass das Abbrennen von Räucherstäbchen verboten sei, was die Atmosphäre natürlich ziemlich schmälert. Trotzdem kaufen die Leute ihre Stäbchen und werfen sie unangezündet in den Behälter. Auf diese Weise könnte man sie eigentlich immer wieder verkaufen, ähem ...





Weihrauchstäbchen werden auch in die entsprechenden Halter vor den in verschiedenen Hallen platzierten Buddhafiguren gesteckt. Vor diesen Statuen liegen Kissen auf dem Boden, auf die sich die Leute niederknien können, wenn sie zu den entsprechenden Heiligen beten. Ich kenne die Figuren nicht alle, aber der rechte der dreien ist offenbar eine Art Medizinbodhisattva, den man vielleicht in Krankheitsfällen anrufen kann. Obwohl ich eigentlich kaum damit gerechnet habe, kam während unseres Besuchs einige Leute, für die diese Religion offenbar kein Relikt vergangener Zeiten war.



An den Wänden sind noch weitere, von der Bedeutung offenbar eher nachgeordnete Heiligenfiguren aufgestellt. Die Glaswand bildet mit zwei Seitenwänden und der steinernen Rückwand jeweils einen Behälter um die Figuren. Was man vielleicht im Foto nicht gut erkennen kann: Diese Behälter sind etwa zu einem Drittel gefüllt mit Geld. Das asiatische Verhältnis der Gläubigen zu den Objekten ihrer Verehrung ist weit pragmatischer als das in den monotheistischen Religionen der Fall wäre: Will man die Heiligen um etwas bitten, muss man dafür blechen. Selbstverständlich spielen auch im Christentum und allen anderen Religionen finanzielle Aspekte eine entscheidende Rolle, auch wenn man sich dort alle Mühe gibt, diesen Aspekt zu verschleiern. Aber die Direktheit, in der sich hier der kommerzielle Charakter der Religion offenbahrt, ist für westliche Augen schon recht gewöhnungsbedürftig.



Der weiße Stupa sieht spannend aus, aber man kommt nicht hinein. Nepp! Den Spekulationen ist damit Raum gegeben ... In einem kleineren Modell in einem Raum daneben liegen so etwas wie Päckchen, scheint so, als sei der Turm randvoll mit Geschenken! Im Übrigen ist so etwas für China sehr typisch und auch bei anderen Sehenswürdigkeiten die Praxis: In das eigentliche Gebäude kommt man nicht hinein, aber in einem kleinen Austellungsraum daneben findet man Modelle und Fotos, auf denen oft auch Mao und seine Tongzhimen dargestellt sind und beschrieben wird, wie sie sich schon damals für den erhalt von diesem und jenem eingesetzt haben.



Später wurden wir noch Zeuge einer Zeremonie, die wir zwar nicht ganz verstanden, die aber trotzdem interessant genug war, stehen zu bleiben und sie zu beobachten. Eine Gruppe von Menschen folgte einem Mönch auf die Rückseite der Halle, wo sie Weihrauchstäbchen anzündeten und an einem kleinen Schrein opferten (siehe auch das nächste Bild). Sie umrundeten den Stupa und bildeten anschließend einen Kreis vor der einen Halle, wo der Mönch in ihre Mitte trat, auf tibetisch zu chanten begann und dabei jedem die Hand auf den Kopf legte. Die Zeremonie wurde mit allen wiederholt, anschließend gab der Mönch den Leuten noch jeweils eine CD und sie ihm dafür Geld. Wir wissen nicht genau, was das alles zu bedeuten hatte: Kevin meinte, es wäre vielleicht der Gesang zum nochmaligen Anhören für zuhause, ich vermute eher, es waren selbstgebrannte Kopien von "Sieben Jahre Tibet". Nein, im Ernst - ich habe keine Ahnung, was das alles bedeutete, aber ich habe fest vor, die Sprache so gut zu lernen, um bald fragen zu können.



Eine interessante Sache am Opfer in diesem Schrein ist, dass das kleine Pfirsichbäumchen aus Plastik besteht. Interessant deswegen, weil es etwas über das Religionsverständnis aussagt: Das Entscheidende des Opfers ist offenbar die Intention, nicht die Authentizität des geopferten Gegenstandes. Im antiken römischen Kult gab es eine ähnliche Haltung, wenn aus Mangel an für das Opfer vorgeschriebenen echten weißen Stieren ein schwarzer einfach mal weiß angemalt wurde, ohne dass damit jemand ein Problem hatte. Der Gedanke, dass hier Plstikfrüchte und -blumen dargebracht werden, irritiert ein bisschen. Aber warum eigentlich?