Dienstag, Oktober 03, 2006

Beijing Zoo Teil 2: Das Aquarium

Das Aquarium befindet sich wie im Westberliner Zoo innerhalb des Tierparks, und man muss einen zusätzlichen Eintritt von 100 Kuai bezahlen, was ich - besonders für chinesische Verhältnisse - schon ziemlich viel finde. (Es sei denn, man hat mich wieder übers Ohr gehauen.) Wie auch immer - es ist durchaus sehenswert, erinnert in vielen Punkten ans Seaworld, auch wenn es hier noch etwas größere Fische gibt. Ich habe probiert, verschiedene Tiere zu fotografieren, aber meine Kamera hat Probleme mit Aufnahmen im Dunkeln, insbesondere, wenn die Fische immer in Bewegung sind. Deshalb gibt es nur ein paar wenige Bilder.

Das Aquarium ist in mehrere Bereiche unterteilt: Regenwaldfische, Riffbecken, Meeressäuger usw., durch die man der Reihe nach laufen oder von einer Verzweigung in der Mitte aus direkt erreichen kann. Dies hier ist ein großer Steinkopf, der die Regenwaldabteilung schmückt.

Viele interessante Zierfische, deren Namen ich leider nicht kenne (alles Goldfische, irgendwie :-). Leider sehr schwer zu fotografieren: Mit Blitzlicht reflextiert man selbst in der Scheibe, oder es ist zu dunkel und stillhalte würden die kleinen Leckerlis wohl nur auf einem Teller.











Apropos: Auch wenn das eben wie ein Witz geklungen hat, sind die Chinesen in dieser Beziehung wirklich erfindungsreich. In der Mitte des Komplexes, wo alle Wege auch zusammenlaufen, gibt es tatsächlich Fischspezialitäten am Stand oder im Restaurant. In Folge des Bratens zieht ein starker Geruch von frittiertem Fisch durch das gesamte Aquarium, den man unaufhörlich in der Nase hat. Fisch ist sicher lecker, Fische betrachten ist interessant, aber Fische betrachten und dabei andauernd den Bratfischgeruch in der Nase haben ist irgendwie pervers. Das Verständnis und die Betrachtungsweise von Tieren differiert hier schon etwas von der bei uns.

Das Riffbecken: Das Spektakulärste war hier wohl, als eine mutige Frau im Taucheranzug ins Becken stieg und die Fische aus der Hand fütterte. Die Rochen waren recht zahm (wir haben ja alle von dem tragischen Unfall dieses manischen Australiers gehört), aber diese schwimmenden Riesenschildkröten sind gefährlicher, als man es zuerst vielleicht glaubt. Wenn man weiß, wie kärftig bereits Mathias' Kröte zuschnappen kann, kann man sich vielleicht ausmahlen, was eine über einen Meter lange Schildkröte so anrichten könnte. Eine von denen hier war jedenfalls sehr mobil und offenbar hungrig: Andauernd schwamm sie auf die Taucherin zu und versuchte, nach ihr zu schnappen. dass die nichts für sie hatte, störte sie nicht. Schildkröten schnappen eben einfach gerne. Die Frau konnte sich immer nur dadurch retten, dass sie die Kröte mit einem kräftigen Druck in den Nacken unter sich drückte und dadurch ein paar Sekunden gewann, bis diese gewendet und zum neuen Angriff ansetzte. Zum Schluss bekam sie auch noch etwas Leckeres für Schildkröten, und die Zuschauermassen lösten sich auf.


Das Meeresbecken: Die Fische hier sind wirklich enorm. Im Meer zu schwimmen und so einem zu begegnen ... gruselige Vorstellung!






Die Seelöwen und Delfine haben eine eigene Show bei den Meeressäugern. Normalerweise ist man bei uns ja immer gegen diese Dressurakte; andererseits denke ich, dass es den Tieren, wenn sie schon in Gefangenschaft gehalten werden, ein bisschen was zu tun und ein wenig Ablenkung bietet. Von der Darbietung, die während der Goldenen Woche öfter stattfindet, habe ich leider keine Fotos machen können, auch, weil die Biester einfach zu flink waren. Die Seelöwen fingen Ringe auf, die ihnen aus dem Publikum zugeworfen wurden, zeigten verschiedene Lauftechniken (amüsant) und spielten mit einer aus dem Wasser ragenden Schwimmflosse "Hai". Die Delfine zeigten synchronspringen, Zählkünste oder ließen einen Pfleger auf sich "surfen". - Die Käfige allerdings, in denen sie ausserhalb der Auftritte wohnen, sind ziemlich klein. Das Elend in Bildern:

Und weiter geht es. Der Zoo besteht nur zum Teil aus den Tieren. Geld verdienen lässt sich auch hier gut, sei es mit Essens-, Souvenierverkauf oder anderen Unterhaltungsangeboten wie dieser Hüpfburg.

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