Der Eintritt hier ist verhältnismäßig günstig: 15 Kuai für einen Erwachsenen (20 mit einer Zusatzkarte für das Pandahaus, das man sonst extra bezahlen muss), für Kinder, alte Leute und Studenten sollte es eine Ermäßigung geben. Die gab es, obwohl ich meinen Studentenausweis zeigte, für mich nicht. Die Verständigung scheint noch nicht wirklich zu klappen, aber irgendwie scheint mein Artikulationsvermögen auch immer dann besonders schlecht zu sein, wenn ich in Situationen komme, in denen es etwas verbilligt gäbe. Leider ist mein Chinesisch noch zu schlecht, um sowas auszudiskutieren. Ein paar Schimpfwörter zu lernen wäre auch nicht verkehrt.
Der Beijinger Zoo ist flächenmäßig kleiner als der Berliner Tierpark und ein bisschen größer als der Berliner Zoo, wenn er auch nicht so viele Tierarten hat. Was mich vor allem interessierte war, ob sich die ausgestellten Tiere hier von denen in europäischen Zoos unterscheiden. Im Großen tun sie das aber nicht, auch wenn hier manchmal Vögel draußen umherflattern, die bei uns sicher im Käfig ausgestellt wären. Hier eine Auswahl verschiedener Vögel im Käfig:
Diese beiden sind wirklich knuffig, auch wenn manche anderen ziemlich zerrupft aussehen, aber vielleicht sind sie ja grade in der Mauser? Dieses Pärchen saß auf einem Ast und schrie sich gegenseitig an (keine Ahnung, ob sie verheiratet waren). Sehr knautschig jedenfalls ...



Die Giraffen kann man - gegen eine kleine Extragebühr, versteht sich - mit Ästen und Blättern füttern. Den Kindern macht das jedenfalls ziemlichen Spaß.
Am Rande des Giraffengeheges kommt es plötzlich zu einem kleinen Menschenauflauf: Sind die Löwen ausgebrochen? - Nein, zum Glück dann doch nicht. Nur ein kleiner blonder Junge, der eins der kleinen Küken auf der Hand hält, die ein chinesisches Mädchen in einem kleinen Käfig hatte. Ich habe diese Kükenverkäufer schon ein paar Mal an der Straße gesehen, aber ich weiß nicht genau, wozu diese kleinen gescheckten Küken verkauft werden? Als Haustiere? Züchtet man sie, bis sie groß und lecker werden? Das dauert aber, und in der Stadt ...
Auch das Kamel kann man füttern, was ihm in seinem sechs Quadratmeter großen Gehege ein bisschen Abwechslung bieten dürfte. Die Wahrnehmung von Tieren scheint anders zu sein: Tiere werden hier scheinbar etwas weniger als Wesen mit eigenen Bedürfnissen wargenommen, denen es nachzukommen gilt, denn als Unterhaltungsobjekte.

Das Reptilienhaus: Überlaufen, wie alles andere. es ist schwer, mit meinem Apparat trotz Blitztlicht vernünftige Fotos im Dunkeln zu machen, um so mehr, wenn die Tiere sich bewegen. Dieses Krokodil hier ruht sich zum Glück gerade mal aus - für dieses Jahr ... (Übrigens hat mein einer Sprachpartner als Handy-Klingelton "Schnappi das kleine Krokodil" - Deutschland, Kulturexporteur sag ich da nur ...)
Die Königspython heißt auf chinesisch Wang Mang; sinologische Assoziation ist natürlich gleich das Wang-Mang-Interregnum. Ich müsste mal die Zeichen des Kerls rauskriegen ... Diese hier ist übrigens wirklich ziemlich groß, auch wenn man das nicht so richtig auf dem Foto sieht.

Die Affen sind meistens noch am mobilsten und wegen ihrer menschlichen Regungen auch ziemlich interessant zu beobachten. Hier scheint ein Kleines seine Muter jedenfalls zur Freude der Besucher ziemlich genervt zu haben, sprang immer um sie herum, zog an ihren Armen und biss sie zum Schluss sogar in den Affenpo! Die Reaktion der Mutter war ebenfalls ziemlich menschlich ...
Die Gibbons ... Okay, ich weiß, dass sie nicht sehr viel herumziehen, aber dieses Gehege scheint mir dann doch etwas klein zu sein. Keine hohen Baumwipfel, auf die sie klettern könnten, um in der Dämmerung zu singen. Vielleicht kommt mir es hier aber auch mehr verkehrt vor, weil ich mich mit der Geschichte der Tiere in China etwas mehr beschäftigt habe (van Hulik). Abgesehen davon - sie mögens eher gemächlich hier ...
Wohin man kommt: Ausruhen ist angesagt. Irgendwie sind die Gehege allerdings auch ziemlich monoton eingerichtet. Ausser zu schlafen bleibt nicht viel.
Das Nashorn hier sucht ein bisschen Schatten. Klingt komisch, aber auch Dickhäuter können wohl nen Sonnenbrand bekommen.
Hey, ich glaub, ich hab Deinen Onkel gesehen ... in der Mensa. (Muahaha, sorry - kleiner Scherz! Süß und knuddelig ...)



Irgendwie scheinen Chinesen Tiere besichtigen und Tiere essen gut miteinander kombinieren zu können. Hier ist ein Restaurant - im Dickhäuterhaus!

Zu guter letzt: das Pandahaus. Dicht umlagert, überfüllt (wie alles) - und ein totaler Nepp! Was man hier sieht, sind drei verpennte Pandas, die von den Besuchern überhaupt nichts wissen wollen, zusammengerollt in ihren Gehegen. Man bekommt sie kaum zu Gesicht vor aluter Menschen, bis auf einen scheinen sie auch alle hinter Glas zu sein. Dafür, dass man extra Eintritt dafür zu bezahlen hat, ist es eine herbe Enttäuschung. Aber für die Chinesen haben sie natürlich eine andere Bedeutung und sind so etwas wie Nationalmaskottchen.
Das wird schließlich auch deutlich, wenn man sich nach den drei Gehegen seinen Weg nach draußen durch die zweiundfünfzig Souvenirstände kämpfen muss: Hunderte von Pandaartikeln ...

















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