Sonntag, August 27, 2006

Beijing: Erste Eindrücke

Nachdem wir am Flughafen noch etwas Geld umgetauscht hatten und uns nicht von den hunderten, sofort auf uns einstürmenden Taxivermittlern haben beirren lassen, sind wir am Jinma-Dajiudian-Hotel in der Xueyuanlu angekommen, das, abgesehen von den sehr fleckigen Teppichen, eigentlich ganz gute Zimmer bietet.



Die Taxifahrt ist für jemanden, der es noch nicht probiert hat, übrigens ein echtes Erlebnis, so wie eigentlich der gesamte Verkehr hier. Es gibt zwar Regeln, die jedoch irgendwie nur als Empfehlung verstanden werden. Vorfahrt hat, wer zuerst auf der Kreuzung ist; das wichtigste Teil ist die Hupe (wenn die nicht geht, muss der Wagen wirklich in die Werkstatt).

Der erste Satz, den man in jedem Beijinger Erfahrungsbericht zu lesen bekommt, lautet etwa: "Beijing ist sehr groß und es gibt viel zu sehen, aber die Luftverschmutzung ist furchtbar." Der erste Eindruck scheint genau das zu bestätigen: Über der ganzen Stadt häng eine Dunstglocke, vom Hotelzimmer im 22. Stock, von wo aus man einen guten Überblick über die außergewöhnliche Skyline haben sollte, sieht man kaum ein paar Kilomenter weit, bevor alles irgendwie nur noch schemenhaft im Abgasnebel zu erkennen ist. Die wenigen Grünpflanzen kommen gegen das Grau des Beton nicht an, Wolkenkratzer bis zum Horizont; Wenn es dunkel wird und die Stadtlichter angehen, erinnert das Ganze an eine Syd-Mead-Vision.



Carla, die hier schon einmal an einem längeren Sprachkurs teilgenommen hat, führte uns abends noch in ihr Lieblingsrestaurant; die Bedienung erinnerte sich sogar noch an sie. Wir haben ein paar interessante Sachen probiert, geröstete Erdnüsse in Essig (das schmeckt besser, als es sich vielleicht anhört), gebacken Auberginen in Knoblauch oder Nudeln in Tomatensauce mit ein bisschen chinesischem Gemüse, die, obwohl wir sie extra (辣, "scharf") bestellten, nicht wirklich scharf waren. Anschließend fanden wir auf dem Wudaokou in der Nähe des bahnhofs noch eine Bar, in der man sich tatsächlich verstehen konnte, ohne zu brüllen. Nett, Adresse gemerkt, aber jetzt sind doch alle etwas erschlagen.

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