Auf dem Programm des DAAD stand am heutigen Nachmittag ein Besuch in der Künstlerkolonie Dashanzi. Künstlerkolonie hörte sich zuerst etwas alternativ an, allerdings ließen z.B. die unten dargestellten Exponate nicht unbedingt auf ein Kunstverständnis schließen, das seinen Zweck im Ausdruck des Dissens sieht (dort hätte man uns allerdings auch sicher kaum hingefahren). Unsere Führung war wenig hilfreich, und mir persönlich erschloss sich vieles nicht. Zumindest was die Ästhetik anbelangte, wirkte die Kunst eher wie Propaganda: Menschen mit starrem Blick und in kämpferischen Posen, Fäusten so groß wie Köpfe ...
Den in dieser Statue dargestellten Mann würde man, hätte er nicht den Pinsel, der mindestens fünf Kilo wiegen muss, in der Hand, wohl kaum für einen Künstler halten. Nun ja, Kunst als Klassenkampf ...
Dem politischen Programm scheint auch die Gestaltung der Austellungshallen, ehemaligen Fabrikhallen, zu enstprechen, wenn zwischen all den Bildern immer noch die Werkzeug-, Dreh- und Bohrmaschinen stehen ...
Manche der Bilder wirkten etwas experimentierfreudiger und weniger politisch. Allerdings ist mein Verständnis chinesischer Kunst zu gering, als dass ich wüsste, wie bestimmte Sachen zu verstehen seien oder dass mir schon bestimmte Details auffielen, die Chinesen vielleicht unmittelbar ins Auge springen. Als besonders zu empfehlends Ausflugsziel fiele mir Dashanzi aber sicher nicht zuerst ein.

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