Mittwoch, September 20, 2006

Ditan Park

Deng Laoshi hatte uns bei unserem Treffen darauf hingewiesen, dass im Ditan Park (direkt gegenüber der U-Bahn-Station Yonghegong) derzeit gerade wieder Buchmesse ist (die wohl zwei mal im Jahr stattfindet). Zusammen mit Anne, Rudi und Gisa (die ich nicht mehr kannte, obwohl sie zumindest am Anfang mal an der FU war) haben wir uns ein bisschen umgesehen und auch ein bisschen Zeug gekauft. In meinem Fall ein wirklich gutes Chinesisch-Englisches Wörterbuch, dass sogar vom Verlag meiner Uni herausgegeben wurde (aber Wörterbücher habe ich jetzt wirklich genug), eine DVD-Tasche und eine Collection von 21 Miyazaki-Filmen auf 2 HDVDs, auf Japanisch mit chinesischem Untertitel. Was für eine Lernmotivation, würde ich nur mal die Zeit zum Filme kucken finden! Ausserdem war in der Box noch eine Seife in Form diese Studio Ghibli Figur (Totoro, denke ich) - sehr merkwürdig. Aber für Zeitungsabonnements ködern sie hier auch mit einer Fünf-Liter-Flasche Erdnussöl.





Neben der eigentlichen Buchmesse gab es auch andere Sachen zu bestaunen, wie z.B. diese wunderbare Ausstellung von alten Propagandapostern (eine der wenigen Sachen, für die man hier nicht noch einmal extra Eintritt bezahlen muss).



Lei Feng, die kommunistische Propagandafigur Chinas schlechthin (mal abgesehen von Mao)! Es ist schon erstaunlich, wo man diese Gesichter auch heute immer noch sieht. Hmm, was wäre vergleichbar? - Weiß irgendwer von den Jüngeren heute noch, wer Timur und sein Trupp waren? So in etwa ...



Die "Buchmesse" ist eigentlich nur eine Aneinanderreihung hunderter Stände mit meist gebrauchten, unsortierten Büchern, die sich auch ziemlich oft wiederholen, und entsprechend ermüdend wird es nach einer Weile. Die Buchhändler haben auch nicht wirklich einen Überblick über ihr Sortiment, noch wüssten sie, woher man Sachen bekommt, die man sucht. Es ist vielmehr das Prinzip Grabbeltisch: Schau, ob Du was findest, und nimm's mit.


Wir durften uns auch - kostenlos - auf einer der Unterschriftenwände für die Olympiade eintragen, was Rudi für eine subversive Aktion nutzte, die vermutlich beim nächsten Besuch des Botschafters für einen diplomatischen Eklat sorgen wird (nicht wahr, "Dr. A"?! Wir hätten fragen sollen, für welche Zeitung der Fotos schießt! Wenn ich was finde, sag ich Bescheid!) Die Seite der beiden findet man übrigens unter dieser Adresse - für alle, die von China einfach nicht genug bekommen können.

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